CCC warnt vor unabsehbaren Risiken bei Einführung der eCard
CCC warnt vor unabsehbaren Risiken bei Einführung der eCard
Die zum 1. April 2008 geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eCard) kann unter den gegebenen Umständen nach Ansicht des Chaos Computer Clubs nicht wie geplant stattfinden. Der CCC kritisiert, das technische Großabenteuer der Bundesregierung wird ohne eine funktionierende Sicherheitsinfrastruktur anlaufen. Damit legt das datenschutztechnisch fragwürdige und seit Jahren umstrittene Projekt offensichtlich einen erneuten Fehlstart hin.
Nachdem der ehemalige Geschäftsführer der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik), Dirk Drees, im Dezember 2007 aufgrund der vielen technischen Probleme das Handtuch warf, übernahm nun Peter Bonerz die Führung über das immer wieder verzögerte Projekt.
Mehr als ein theoretisches Konzept für die Gesundheitskarte hat die gematik jedoch bisher nicht vorzuweisen. Peter Bonerz erklärte auf der Cebit, dass die geplante technische Infrastruktur noch nicht in Betrieb genommen werden kann, da die offizielle Ausschreibung der Public-Key-Infrastruktur (PKI) des zentralen Backbone-Server- Verbundes bislang immer noch nicht abgeschlossen ist. Diese Problematik zeigte im Hinblick auf den Einführungstermin der eCard bisher keinerlei Auswirkungen. Das angestrebte Projekt hat gigantische Ausmaße und birgt dabei jede Menge Sicherheitsrisiken: 80 Millionen Versicherte sollen mit der neuen Gesundheitskarte ausgestattet werden. 21.000 Apotheken, 123.000 niedergelassene Ärzte, 65.000 Zahnärzte, 2.200 Krankenhäuser sowie knapp 270 Krankenkassen werden über die neue Infrastruktur miteinander vernetzt.
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