Donnerstag, März 22, 2007

Überwachen und abhören von Handys durch die Polizei

Folgende Fragen sind in der letzten Zeit immer öfter aufgetaucht:
Wie kann die Polizei oder eine andere Behörde ein Mobiltelefon abhören und ein Handy überwachen? Was für Voraussetzungen sind dazu nötig?

Ein wenig Licht ins dunkel bringet hoffentlich der folgende Artikel:

Generell kann jedes Handy von den Behörden überwacht werden. Aufgrund der deutschen Gesetze ist dieses jedoch nur in begründeten Ausnahmefällen und auch nur nach richterlicher Genehmigung bei schweren Straftaten möglich. Doch die Ermittlung des Standortes ist auch notwendig, wenn die Position eines in Not geratener Menschen festgestellt werden muss oder bestimmte Dienste der Netzanbieter genutzt werden sollen.
Das wichtigste Element zum Überwachen eines Handys ist die SIM-Karte. Dort werden alle benötigten Daten des Nutzers wie zum Beispiel die Rufnummer gespeichert. Diese wird von den Ermittlern zum Abhören eines Handys benötigt. Daher nutzen Kriminelle häufig gestohlene oder auf einen anderen Namen registrierte Simkarten.
Netzbetreiber können bis auf wenige hundert Meter genau erkennen, wo sich das eingebuchte Handy befindet. Wird das Mobiltelefon genutzt, kann gemessen werden, wie lange das Signal von dem Gerät bis zu der nächsten Basisstation des Mobilfunkanbieters benötigt. Auch werden in dem GSM-Netz an eine bestimmte Nummer versandte Befehle zum Abruf von Informationen wie Standort und Netzaktivität benutzt. Den Erhalt einer solchen stillen SMS bemerkt der Handybesitzer nicht. Technisch ist es möglich, genauer zu erkennen, wo sich das benutzte Handy befindet. Zum Beispiel könnte der Sender mit Hilfe der umliegenden Basisstationen besser lokalisiert werden. Da das Netz von Basisstationen im ländlichen Bereich nicht ganz so engmaschig ist, sind Messungsergebnisse im städtischen Bereich genauer.
Ist die Rufnummer des zu Überwachenden nicht bekannt, müssen schwerere Geschütze aufgefahren werden. Dabei hilft dann ein IMSI-Catcher. Dieses etwa 50.000,- € teure Gerät kann Handys in einem Umkreis von etwa 100 Metern lokalisieren. Der Name IMSI-Catcher stammt von seiner Funktion: Er ermittelt die “International Mobile Subscriber Identity” eingeschalteter Handys, die auf der eingelegten SIM-Karte weltweit einmalige Kennzahl. Anhand dieser Ziffern können die Ermittler die Telefonnummer und die Verbindungsdaten des Handynutzers bei dem jeweiligen Netzbetreiber abfragen.
Darüber hinaus kann der IMSI-Catcher auch die jeweilige IMEI-Nummer (International Mobile Equipment Identity) des benutzten Handys feststellen. Diese weltweit einmalige Gerätenummer des Handys kann auch dann den Verdächtigen entlarven, wenn dieser zwar die SIM-Karte wechselt, aber das selbe Handy benutzt.
Um das verdächtige Handy abzuhören, wird in der Nähe der überwachten Person der IMSI-Catcher aufgestellt, der dem jeweiligen Mobiltelefon eine nahe Basisstation eines Mobilfunknetzes simuliert. Dazu muss man wissen, dass sich jedes Handy immer in die nächstgelegene Basisstation einbucht. Damit wird dem Handy die jeweils bestmögliche Verbindung ermöglicht. Also bucht sich das abgehörte Handy automatisch in den IMSI-Catcher ein, dieser leitet das jeweilige Gespräch nach einem Mitschnitt an die nächste Basisstion weiter.
Hinweis vom Telespiegel: Wenn das Handy verloren oder gestohlen wurde und dadurch die SIM-Karte abhanden gekommen ist, sollte die SIM-Karte zu dem eigenen Schutz sofort von dem Mobilfunk-Anbieter gesperrt werden. Wenn eine alte Karte nicht mehr benötigt wird, sollte unbedingt der darauf befindlichen Chip unbrauchbar gemacht werden. Bei dem Verkauf einer SIM-Karte aus zweiter Hand ist auf die Umregistrierung der SIM-Karte auf den neuen Besitzer bei dem jeweiligen Netzbetreiber zu bestehen.
Quelle:telespiegel.de

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